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Alumna Barbara Vetter mit Gottfried Wihelm Leibniz-Preis 2026 ausgezeichnet

Der am 18. März von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) verliehene Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Unter den zehn Preisträger:innen 2026 ist auch die Philosophin Professorin Dr. Barbara Vetter, Alumna der Studienstiftung. Wir gratulieren sehr herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung!
Der mit jeweils 2,5 Millionen Euro Preisgeld dotierte Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis gilt als Deutschlands wichtigste Auszeichnung für exzellente Wissenschaftler:innen. Das Preisgeld können die Ausgezeichneten über einen Zeitraum von sieben Jahren für ihre Forschungsarbeit verwenden –frei und ohne bürokratischen Aufwand.
Aus insgesamt 144 Vorschlägen wählte der zuständige Auswahlausschuss zehn Preisträger:innen aus, denen der Hauptausschuss der DFG die Auszeichnung zuerkannte. Die Preisverleihung fand am 18. März 2026 in Berlin statt. Im Vorfeld haben wir Vetter gefragt, welche Bedeutung die Förderung für ihren persönlichen und wissenschaftlichen Werdegang hatte und welche Möglichkeiten ihr das Stipendium eröffnet hat.
„Die Förderung hat mir das Selbstbewusstsein gegeben, mein Studium trotz aller ökonomischen Risiken mit Ehrgeiz zu verfolgen.“
Mit ihrer Forschung leistet Vetter einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Modalitätsdebatte in der analytischen Philosophie. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich Möglichkeiten denken lassen. Vetter studierte Philosophie, Germanistik und Altgriechisch und wurde während des Studiums sowie in der Promotion von der Studienstiftung gefördert. Die Zusage für das Stipendium erhielt sie bereits vor dem Abitur über ihre Teilnahme am Landeswettbewerb Alte Sprachen in Bayern, während das Promotionsstipendium in einem Gap Year zwischen Studienabschluss und Promotion bewilligt wurde. Rückblickend beschreibt Vetter diese frühe Förderung als enorme Erleichterung – sowohl finanziell als persönlich: „Es war eine große Entlastung und zugleich eine Ermutigung, diese Stipendien schon zu Beginn meines Studiums beziehungsweise meiner Promotion sicher zu haben.“
„Das von der Studienstiftung geförderte Auslandsstudium in Oxford war ausschlaggebend für meine weitere akademische Laufbahn.“
Von besonderer Bedeutung war für sie die Möglichkeit, mit Unterstützung der Auslandsförderung der Studienstiftung ein Studium an der University of Oxford aufzunehmen. „Ohne Stipendien hätte ich – beziehungsweise meine Familie – ein Studium dort schlicht nicht finanzieren können oder nur unter größten Schwierigkeiten“, erinnert sich Vetter. Die Studienkostenpauschale der Studienstiftung trug dabei ebenso wie die Bayerische Begabtenförderung und ein Stipendium des DAAD während der Promotion wesentlich zur finanziellen Absicherung bei.
Das Studium in Oxford erwies sich als prägend für ihren weiteren wissenschaftlichen Weg: „Nirgendwo sonst hätte ich so viel und so intensiv gelernt und wäre so umfassend in die Forschungspraxis meines Fachs eingeführt worden.“ Zugleich erleichterte die Förderung, das gewählte – als „brotlos“ geltende – Studium auch im familiären Umfeld zu vertreten. Nach Vetters Einschätzung stärkte das Stipendium sie in zweifacher Hinsicht: Es gab ihr das Selbstbewusstsein, den eingeschlagenen Weg trotz ökonomischer Risiken weiterzuverfolgen, und schuf zugleich die finanziellen Voraussetzungen, sich auf Studium und Forschung zu konzentrieren.
In besonderer Erinnerung geblieben sind Vetter außerdem die Veranstaltungen der ideellen Förderung. Eine Sommerakademie eröffnete ihr Einblicke in die moderne Physik. Ein Sprachkurs in Rom vermittelte nicht nur sprachliche Kenntnisse, sondern auch neue Perspektiven auf Kunst und Kultur. Darüber hinaus entstanden bei diesen Veranstaltungen Freundschaften, die bis heute bestehen.
„Die Promotionsförderung ermöglichte es mir, mich voll und ganz auf meine eigene Forschung zu konzentrieren – und eröffnete zugleich Räume für interdisziplinären Austausch.“
Auch während der Promotion erwies sich die Förderung als wertvoll: Sie ermöglichte die konzentrierte Arbeit an der eigenen Forschung und eröffnete zugleich Räume für fachübergreifenden Austausch. Ein wesentlicher Vorteil eines Promotionsstipendiums liegt für Vetter in der finanziellen Entlastung: „Es ist sehr schwierig, eine Promotion durchzuziehen, wenn man nebenbei Geld verdienen muss; selbst die in Deutschland übliche Konstruktion einer Promotion auf Mitarbeiterstellen gestaltet sich in dieser Hinsicht oft schwierig.“ Gerade in der Phase zunehmender Spezialisierung sei es zudem wichtig, den wissenschaftlichen Horizont zu erweitern – etwa im Rahmen von Sommerakademien oder anderen Veranstaltungen mit Mitstipendiat:innen. Diese Impulse fördern nicht nur die intellektuelle Entwicklung, sondern wirken sich vielfach auch unmittelbar auf die Forschungsarbeit aus – wie es auch bei Vetter der Fall war.


