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Für Talente in NRW: Talentscouts und Studienstiftung vertiefen Kooperation

Die Studienstiftung hat den seit 2018 bestehenden Kooperationsvertrag mit den NRW-Talentscouts erneuert. Der Vertrag wurde am 12. Juni 2026 im Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Düsseldorf unterzeichnet. Die aktualisierte, bundesweit einzigartige Kooperation unterstreicht den Erfolg der Zusammenarbeit und umfasst auch das Pilotprojekt „Vorabitur-Auswahl“, bei dem Schüler:innen bereits vor dem Abitur eine Förderzusage bekommen.
Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule und die Studienstiftung stellen ihre bereits sehr erfolgreiche Zusammenarbeit auf ein noch breiteres Fundament. Die Kooperation umfasst nun auch ein Vorschlagsrecht für die „Vorabitur-Auswahl“, ein 2025 gestartetes und 2026 ausgeweitetes Pilotprojekt, das sich an besonders begabte und engagierte Schüler:innen aus einkommensschwachen Familien richtet und gerade jungen Menschen ohne finanzielle Absicherung den Einstieg ins Studium erleichtert. Bereits 2025 kam fast die Hälfte (48 %) der Vorschläge von den NRW-Talentscouts.
Begonnen hat die Kooperation des NRW-Talentzentrums und der Studienstiftung mit der Einführung eines Vorschlagrechts des Talentzentrums für das Auswahlverfahren für Studienanfänger:innen bei der Studienstiftung. Dank der Kooperation wird eine Gruppe von Studierenden erreicht, deren Anteil an Erstakademiker:innen (73,1 %) deutlich höher ist als in der restlichen Gruppe der Bewerber:innen. Im Schnitt lag die Erfolgsquote der von Talentscouts vorgeschlagenen Teilnehmer:innen des Auswahlverfahrens über die Jahre bei 33,2 % – und damit deutlich über der Aufnahmequote derjenigen, die von ihrer Schule vorgeschlagen worden waren (27,1 %). Der Anteil von vorschlagenden Schulen in Nordrhein-Westfalen hat sich zudem von 46 % auf nun 58 % erhöht. Damit ist die Beteiligungsquote nordrhein‑westfälischer Schulen am Vorschlagsverfahren der Studienstiftung so stark gestiegen wie in keinem anderen Bundesland und liegt im Ländervergleich inzwischen in der Spitzengruppe.
Zur Vertragsunterzeichnung der erweiterten Kooperation trafen sich Wissenschaftsministerin Ina Brandes, Professor Dr. Dr. h.c. Michael Hoch und Dr. Annette Julius, Präsident und Generalsekretärin der Studienstiftung, und Professor Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule, sowie Marcus Kottmann, Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung, am 12. Juni im Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Düsseldorf.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Jede Erfolgsgeschichte des NRW-Talentzentrums ist der Beweis, dass exzellente Bildung für alle möglich ist. Mit der ‚Vorabitur-Auswahl‘ helfen wir besonders jungen Menschen, die keine Möglichkeit hätten, die ersten Semester selbst zu finanzieren. Mit der Zusage einer Förderung schon vor dem Abitur bekommen junge Talente frühzeitig Sicherheit und Verlässlichkeit für die Planung ihrer Zukunft. Das neue Programm verbessert die Chancen für alle Schülerinnen und Schüler, sich ihren Talenten und Neigungen entsprechend zu entfalten.“
Professor Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Präsident der Studienstiftung: „Die Zusammenarbeit mit dem NRW-Zentrum für Talentförderung zeigt eindrucksvoll, wie wirksam gezielte Ansprache und verlässliche Begleitung sein können. Über die Talentscouts erreichen wir junge Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die den Weg zur Begabtenförderung sonst oft nicht in Betracht ziehen würden. Damit trägt die Kooperation wesentlich dazu bei, dass die Studienstiftung die Vielfalt der Talente in unserer Gesellschaft noch besser abbildet.“
Professor Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule: „Stipendien sind eines der wirkungsvollsten Instrumente gegen herkunftsbedingte Chancenunterschiede. Das Vorschlagsrecht für unsere NRW-Talentscouts beweist in der Praxis: Junge Menschen aus nichtakademischen Milieus setzen sich in den Auswahlverfahren der Begabtenförderwerke erfolgreich durch, wenn man ihnen den Zugang eröffnet. Dieser klare Befund widerlegt die These mangelnder Potenziale und nimmt uns in die Pflicht, dieses Instrument insbesondere dort einzusetzen, wo bislang unentdeckte Talente in großer Zahl vertreten sind.“
Über die Kooperationspartner
Das NRW-Zentrum für Talentförderung der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen hat sich in den vergangenen Jahren zur zentralen Plattform für Talentförderung in Nordrhein‑Westfalen entwickelt. Neben dem landesweiten Ausbau des Talentscoutings, das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 2026 mit 13,7 Millionen Euro gefördert wird, werden hier weitere innovative Formate für mehr Chancengerechtigkeit organisiert und umgesetzt. Zudem bietet das NRW-Zentrum für Talentförderung Qualifizierungsformate etwa für Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter:innen an, die sich für die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen unabhängig vom familiären Hintergrund einsetzen. Das Talentzentrum wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft sowie vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen getragen Im Rahmen des Talentscoutings wurden bisher rund 40.000 junge Menschen bei ihrer Studien- und Berufswahl begleitet.
Laut einer Langzeitstudie (seit 2017) des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung verhilft das Talentscouting zu einer individuell passgenauen Ausbildungswahl und hat so einen positiven Einfluss auf die Chancengerechtigkeit: Jugendliche ohne akademischen Familienhintergrund nehmen im Talentscouting-Programm häufiger ein Studium auf; Jugendliche aus Akademiker-Familien entscheiden sich im Talentscouting-Programm häufiger für eine duale Ausbildung. Beide Effekte zusammengenommen verringern die Chancenungleichheit beim Hochschulzugang um über 70 %. Zudem bricht das Talentscouting die geschlechtstypische Berufswahl auf. So entscheiden sich junge Frauen im Programm häufiger für ein MINT-Studium.
Weiterführende Informationen
Pressemitteilung: “Stipendien für Talente! Land Nordrhein-Westfalen, NRW-Zentrum für Talentförderung und Studienstiftung des deutschen Volkes vertiefen Kooperation”
Artikel über Geschichte und Ziel der Zusammenarbeit (PDF, 1.8 MB)
Informationen rund um die Auswahl der Studienstiftung
Infos für Studierende und Vorschlagende zu Bewerbung und Auswahl
Studien und Informationsmaterial der Studienstiftung zu Begabtenförderung und Chancengerechtigkeit


