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Die Studienstiftung trauert um ihren Altpräsidenten Manfred Eigen

© Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Der Bio- und Physikchemiker Manfred Eigen ist am 6. Februar im Alter von 91 Jahren verstorben. Eigen stand der Studienstiftung von 1982 bis 1993 ehrenamtlich als Präsident vor. Der 1967 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnete Wissenschaftler engagierte sich innerhalb der Studienstiftung insbesondere für die Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses und eine intensivierte Auslandsförderung.

„Die Studienstiftung verliert mit dem Tod Manfred Eigens eine brillante Forscherpersönlichkeit, der mit seiner wissenschaftlichen Neugier und Begeisterung Vorbild für viele war. In seiner zehnjährigen Präsidentschaft begleitete er wichtige Entwicklungen, die die Studienstiftung bis heute prägen: Etwa die Internationalisierung des Förderprogramms durch den konsequenten Ausbau des Sprachkursangebots und der Auslandsstipendien, die Gründung von Kooperationsprogrammen wie dem China-Programm oder die internationalen Sommerakademien. Ein besonderes Anliegen war Manfred Eigen zudem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Seiner Überzeugung folgend, dass individuelle Promotionsförderung und Graduiertenkollegs nicht in Konkurrenz betrachtet werden dürfen, setzte er sich entschieden für den Ausbau und eine angemessene Ausstattung der Promotionsstipendien der Studienstiftung ein“, sagt Dr. Annette Julius, Generalsekretärin der Studienstiftung. „Die Studienstiftung blickt mit Dankbarkeit auf Manfred Eigens Einsatz für die Begabtenförderung und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

Manfred Eigen war der fünfte Präsident der Studienstiftung seit deren Neugründung im Jahr 1948. Während seiner Amtszeit konnte die Begabtenförderung der Studienstiftung insgesamt deutlich ausgebaut werden: Die Anzahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten wuchs um fast zwei Drittel von rund 3.700 Geförderten (1982) auf 6.200 Geförderte (1993), während die Anzahl der Studierenden an deutschen Hochschulen im gleichen Zeitraum um rund 50 Prozent stieg.

Auf die Chance und Herausforderung, die sich für die Begabtenförderung aus der deutschen Wiedervereinigung ergab, reagierte die Studienstiftung unter Eigens Führung mit dem zügigen Aufbau der Auswahlverfahren und Hochschulgruppen in den ostdeutschen Bundesländern.

Die Öffnung des Bildungsangebots der Studienstiftung für stärker berufsvorbereitende Seminare und Veranstaltungen fällt gleichfalls in die Amtszeit Eigens.

Biografie

1927 in Bochum geboren, studierte Manfred Eigen nach dem Zweiten Weltkrieg in Göttingen Chemie und Physik, unter anderem bei Werner Heisenberg und Wolfgang Paul. Mit nur 24 Jahren schloss er seine Promotion in physikalischer Chemie ab.1953 wechselte er als Assistent zu Karl Friedrich Bonhoeffer an das Max-Planck-Institut für physikalische Chemie, wo er an der Messung ultraschneller Reaktionen forschte und die sogenannten Relaxationsmethoden entwickelte, für die er 1967 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Von 1971 bis 1995 wirkte er als Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen und blieb auch über seine Emeritierung hinaus hier sowie am Scripps Research Institute in La Jolla, USA, wissenschaftlich aktiv. Manfred Eigen erhielt für seine Arbeiten eine Vielzahl von Ehrendoktorwürden und Preisen, so 1962 den Otto-Hahn-Preis für Chemie und Physik sowie 2005 den Lifetime Achievement Award des Institute of Human Virology in Baltimore, USA.