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Die Studienstiftung trauert um Hubertus von Pilgrim

Als Alumnus, ehemaliger Vertrauensdozent und Schöpfer der Daidalos-Medaille war Professor Dr. Hubertus von Pilgrim der Studienstiftung des deutschen Volkes über Jahrzehnte eng verbunden. Der Bildhauer verstarb am 1. Januar 2026 im Alter von 94 Jahren.
Weit über seine eigene Stipendiatenzeit hinaus wirkte von Pilgrim für die Studienstiftung: Als Mitglied des Auswahlausschusses und als Vertrauensdozent in München begleitete er Geförderte durch ihr Studium. Mit Ermutigung, persönlicher Zuwendung und großem Vertrauen in individuelle Wege eröffnete er jungen Menschen neue Perspektiven und half ihnen, auch eigene, manchmal ungewöhnliche Vorhaben mit Zuversicht zu verfolgen.
Nach einer Lehre als Böttcher studierte von Pilgrim Kunst- und Literaturgeschichte sowie Philosophie in Heidelberg, später Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin. Von 1963 bis 1977 war er Professor für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und hatte von 1977 bis zu seiner Emeritierung 1995 einen Lehrstuhl für Plastisches Gestalten an der Akademie der Bildenden Künste München inne. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er unter anderem durch das Bonner Adenauerdenkmal und sein Mahnmal für die Opfer des Dachauer Todesmarschs vom April 1945 bekannt. 1995 wurde er in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.
Sein künstlerisches Wirken verband sich auf besondere Weise mit seinem Engagement für die Studienstiftung. Mit der von ihm geschaffenen Daidalos-Medaille schenkte er der Stiftung ein besonderes Erkennungszeichen. Die mythologische Figur des Daidalos steht für die Verbindung von Phantasie und Beobachtung, von Theorie und Praxis, für Handlungsinitiative und Handlungsverantwortung: „Das Dädalus-Prinzip – das heißt aus meiner Sicht nicht nur das Erfinden mit ,denkenden Fingern‘, das ist auch ,naturam novare‘ und somit höchst aktuell“, begründete von Pilgrim die Namensgebung. Über viele Jahre zierte der Daidaloskopf als Bestandteil des Logos Briefpapier, Jahresbericht und andere Druckerzeugnisse der Studienstiftung. Das Intranet der Studienstiftung trägt bis heute den Namen „Daidalosnet“.
Besondere Sichtbarkeit hat der Daidaloskopf auf der Daidalos-Medaille sowie -Münze als Auszeichnung für herausragendes Engagement für die Belange der Studienstiftung. Seit 1995 zeichnet die Studienstiftung mit der Daidalos-Medaille Persönlichkeiten aus, die sich in besonderem Maße um die Studienstiftung und ihre Geförderten verdient gemacht haben. Mit der Daidalos-Münze ehrt die Studienstiftung zudem seit 2013 besonders verdiente Vertrauensdozentinnen und -dozenten. Voraussetzungen dafür sind ein mindestens zehnjähriges Engagement im Vertrauensdozentenamt sowie ein überzeugend begründeter Vorschlag aus der Stipendiatengruppe. Seit der Auswahlsaison 2018/2019 werden auch Kommissionsmitglieder, die sich in besonderem Maße und über einen langen Zeitraum in der Auswahl engagiert haben, mit der Daidalos-Münze für ihren Einsatz gewürdigt.
Die Studienstiftung wird sich in großer Dankbarkeit an Hubertus von Pilgrim erinnern.
Weitere Informationen
Eine Übersicht der mit der Daidalos-Medaille sowie der Daidalos-Münze ausgezeichneten Personen finden Sie hier.


