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Porträts

Jana Sussmann

Medien und Information

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Jana Sussmann (26) bringt viele unterschiedliche Dinge unter einen Hut. Sie studiert an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, um Journalistin zu werden. Nebenher engagiert sie sich für Menschen, die an multipler Sklerose erkrankt sind ‒ und Leistungssport macht sie auch. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro hat sie nur ganz knapp verpasst.

Sie studieren seit 2013 „Medien und Information“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Was genau verbirgt sich dahinter und was gefällt Ihnen an Ihrem Studium?

Ich habe mich für das Fach entschieden, weil ich mich schon während des Studiums intensiv mit dem wirklichen Berufsleben beschäftigen wollte. Der Studiengang ist super praktisch ausgelegt, mit vielen  Elementen, die mich auf meinen Wunschberuf „Journalistin“ vorbereiten. Mir gefällt, dass die Dozenten oder Lehrbeauftragten größtenteils selbst als Journalisten gearbeitet haben oder es aktuell noch tun – das verstärkt den Praxisbezug noch einmal. Auch der Aufbau des Bachelorstudiengangs ist in meinen Augen sinnvoll. Und fast alle Fächer finde ich so toll, dass mir das Lernen Spaß bringt.

Sie sagen, dass Sie in Richtung Journalismus gehen wollen – haben Sie hier schon eine konkrete Vorstellung, in welchen Bereich?

Am liebsten möchte ich bei einer Zeitung arbeiten, denn ich mag besonders das Schreiben und Texte formulieren. Je nachdem wie sich die Print-Branche entwickelt, möchte ich für eine „echte“ Zeitung wie die DIE ZEIT oder einem Magazin wie DER SPIEGEL arbeiten, oder im Online-Journalismus als Redakteurin Fuß fassen.

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Ich mache gerne Leichtathletik, als Leistungssport. Ich bin Mittelstrecke-Läuferin. Der Trainingsplan ist neben dem Semesterplan ein weiterer, den ich erfülle. Und zwar gerne. Im Sommer ist Hochsaison, da steht jede Woche ein Wettkampf an und in der Vorbereitungszeit bin ich in Trainingslagern. Dadurch komme ich viel rum, war schon in Arizona, Südafrika, Südkorea.

Sie haben die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nur ganz knapp verpasst. Wie war das?

Ich war ziemlich dicht davor. Und bin dann doch gescheitert, weil eine andere Läuferin kurz vor der Nominierung eine schnellere Zeit gelaufen ist. Das war eine große Enttäuschung. Aber es ist nur gerecht, da ja die schnellsten Läufer bei Olympia dabei sein sollen. Heute, mit einigem Abstand, sehe ich es schon gelassener. Schließlich habe ich nicht nur für Olympia trainiert. Sondern auch, weil ich das Laufen liebe. Ich bin gesund und verletzungsfrei und kann weiterhin auf Leistungsebene laufen.

Jana Sussmann gehört zu Deutschlands besten Hindernisläuferinnen © NIKEJana Sussmann gehört zu Deutschlands besten Hindernisläuferinnen © NIKE

Haben Sie noch Zeit für andere Dinge?

Ja, auf jeden Fall! Freie Zeit nutze ich für meine Freunde und Familie. Ich liebe es, in Cafés zu sitzen und stundenlang zu schnacken oder auch einfach mal rumzuliegen und schwedische Bücher zu lesen. Zweimal in der Woche lese ich in der Sportredaktion der Bild-Zeitung Korrektur, um noch etwas dazuzuverdienen. Außerdem bin ich seit 2014 Botschafterin für Multiple Sklerose-Erkrankte in Niedersachsen. Dafür besuche ich Kontaktgruppen, helfe bei Seminaren und Benefiz-Veranstaltungen.

Warum setzen Sie sich für dieses Thema ein?

Allein der Kontakt zu Menschen mit multipler Sklerose, einfach mit ihnen zu reden, hat mir eine ganz andere Perspektive aufs Leben gegeben. Seitdem setze ich mich zum Beispiel intensiver mit den ganz alltäglichen Auswirkungen der Erkrankung auseinander, beispielsweise der Frage: Wie schaffe ich es, mit einem Rollstuhl in einen Supermarkt zu kommen, der eine Stufe vor dem Eingang hat? Oder ein Restaurant zu besuchen, dessen Toiletten nur über eine Treppe erreichbar sind?

Was sagen Sie anderen Stipendiaten, die überlegen, sich zu engagieren?

Macht es! Man findet ganz leicht Möglichkeiten dazu. Sei es, alten Menschen beim Einkaufen zu helfen oder – ganz aktuell – Flüchtlinge zu unterstützen. Es bringt nicht nur den Bedürftigen etwas, sondern für einen selbst ist es ein wunderbares Gefühl, etwas Gutes zu tun. Und man erfährt und lernt Dinge, mit denen man sonst nicht in Berührung kommen würde.

Was macht die Förderung der Studienstiftung für Sie attraktiv?

Ich bin auf die finanzielle Unterstützung angewiesen. Auch die Angebote der ideellen Förderung sind für mich ein echter Gewinn: Dank der Begegnungen auf Sommerakademien oder Hochschultreffen haben sich wahre Freundschaften entwickelt. Ich habe beeindruckende Menschen kennengelernt und lehrreiche Gespräche geführt. Ich war bei einem Hochschultreffen, einer Sommerakademie in Lichtenfels und richtig coolen Veranstaltungen der Stipendiaten oder Alumni in Hamburg – zum Beispiel Stammtischen, Besuche im ZEIT-Verlag und im Theater.

Was bedeutet es für Sie, Stipendiatin der Studienstiftung zu sein?

Das ist eine Ehre. Ich prahle nicht damit, aber wenn es sich im Gespräch ergibt, erzähle ich gerne davon. Es freut mich, dass ein Dozent mich im zweiten Semester vorgeschlagen hat. Und das unabhängig vom Sport aufgrund meiner Leistungen. Ich weiß auch zu schätzen, dass ich bei Treffen im Rahmen der Studienstiftung nicht immer sofort auf meinen Sport angesprochen werde, sondern das mal gar nicht erwähne und andere tiefgründige Gespräche führe.

Gibt es etwas, das Sie bei der Studienstiftung überrascht hat?

Positiv überrascht war ich schon beim Auswahlseminar, aber dann auch bei allen weiteren Veranstaltungen, nachdem ich in die Studienstiftung aufgenommen wurde, dass ich auf so viele offene, sympathische, lustige Menschen treffe.

Stand: November 2016