Direkt zum Inhalt

Direkt zur Navigation

Stipendiaten / 

Porträts

Benjamin Paaßen

Kognitive Informatik

Universität Bielefeld

„Mir geht es darum, dass Menschen trotz ihrer Herkunft und ihres Umfelds den Schritt zum Studium wagen und ihre Begabungen entfalten. Darum engagiere ich mich im Botschafterprogramm der Studienstiftung.“

Benjamin Paaßen (22) studiert Kognitive Informatik an der Universität Bielefeld. Neben dem Studium engagiert er sich bei attac, der Organisation „Ärzte gegen Atomkrieg“, bei der Spendeninitiative der Stipendiaten der Begabtenförderungswerke und im Botschafterprogramm der Studienstiftung. Als "Botschafter" ermutigen Stipendiaten und Stipendiatinnen Schüler und Schülerinnen zur Aufnahme eines Studiums und informieren bei Schulbesuchen, auf Schüler- und Hochschulmessen über Studienfinanzierung und Bewerbungsmöglichkeiten bei der Studienstiftung.

Sie engagieren sich im Botschafterprogramm. Was hat Sie motiviert und worin sehen Sie Ihre Aufgaben?

Aus meiner Sicht sollen Stipendien dazu dienen, auch denjenigen ein Studium zu ermöglichen, denen es sonst nicht möglich wäre. Das Botschafterprogramm geht in genau diese Richtung: Ich komme mit Schülerinnen, Schülern und anderen Studierenden ins Gespräch und unterstütze sie dabei, ein Studium durchzuziehen. Stipendien sind dabei nicht Hauptthema. Meistens spreche ich über Bafög und wie das Studium selbst funktioniert. Oft sind meine Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner von ihrem sozialen Umfeld demotiviert. Mir geht es darum, dass Menschen trotz ihrer Herkunft und ihres Umfelds den Schritt zum Studium wagen und ihre Begabungen entfalten. Dafür besuche ich (Hoch-) Schulen, trage vor, vermittle weiter und bin Ansprechpartner.

Welche besonderen Erfahrungen haben Sie als Botschafter gemacht?

Ich habe viele Schülerinnen und Schüler erlebt, für die ein Studium – von einem Stipendium ganz zu schweigen – als etwas völlig unerreichbares erschien. Sie haben manchmal sogar von Lehrkräften gesagt bekommen, dass sie nicht genug könnten um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben. Da hilft es schon allein, auf Augenhöhe zu bleiben und klar zu machen, dass ich als Student und Stipendiat auch nur ein Exemplar der Spezies Mensch bin – und zwar ein ganz normales. So haben die gleichen Menschen, von denen behauptet wird, sie seien faul, arbeitsunwillig und unbegabt, mir aufmerksam zugehört und intelligent nachgefragt.

Was bedeutet es für Sie, Stipendiat der Studienstiftung zu sein?

Natürlich bedeutet es Geld, dass ich nicht zurückzahlen muss. Es bedeutet für mich aber auch, gegenüber der Gesellschaft durch mein Handeln zu begründen, dass ich die Förderung auch verdient habe. Das klingt hochtrabender als es ist: Im Wesentlichen versuche ich, ein guter, intelligenter und nicht arroganter Mensch zu sein.

Ein Tipp für andere Studierende?

Zwar könnte ich jetzt mit Buzzwords wie „intrinsische Motivation“ und so etwas anfangen, aber ich finde, es kommt einfach nur auf folgendes an: Fangt mit eurem Leben das an, worin ihr gut seid, für das ihr euch interessiert, wo ihr mit eurem Arbeitsumfeld gut zurecht kommt und mit dem ihr etwas positives in der Welt verändern könnt – auch wenn das Kunstgeschichte ist. Lasst euch da nicht von Arbeitsmarkt, Wirtschaftlichkeit und dem, was „in“ ist den Kopf verdrehen.

Bielefeld, April 2013