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Mit ihrem „Chancenprogramm“ will die Studienstiftung des deutschen Volkes gezielt Erstakademiker, Studierende mit Migrationshintergrund, Fachhochschulstudierende und Frauen ansprechen. Ziel ist es, mehr Vorschläge und Bewerbungen von bislang unterrepräsentierten Gruppen zu erhalten sowie in der Förderung spezielle Angebote für diese Gruppen zu entwickeln.
Im Jahr 2010 hat die Studienstiftung die Weichen für eine stärkere Chancengleichheit bei den Zugangswegen gestellt. Viele Studien belegen, dass in Deutschland der Erfolg im Bildungssystem besonders stark von der sozialen Herkunft abhängt. Dies spiegelt sich auch in den Vorschlägen für die Studienstiftung wider. Daher hat die Studienstiftung Anfang 2010 ihr traditionelles Vorschlagssystem um die Selbstbewerbung mit Auswahltest ergänzt und insbesondere leistungsstarke Kandidaten aus nichtakademischem Elternhaus zur Bewerbung ermutigt – mit wachsendem Erfolg!
Bei den Auswahlseminaren sind Erstakademiker und Migranten genauso erfolgreich wie Kandidatinnen und Kandidaten aus Akademikerfamilien. Zwei kleinere Analysen haben gezeigt, dass die Auswahlseminare der Studienstiftung keine soziale Selektivität aufweisen. Dennoch lässt die Studienstiftung seit dem Jahr 2011 ihre Auswahl erstmals extern evaluieren. Darüber hinaus werden die Auswahlkommissionsmitglieder in neuen Schulungen stärker als bislang auf Chancengleichheit und die unterschiedlichen Ausgangssituationen von Studierenden aufmerksam gemacht.
Gemeinsam mit ihren Stipendiaten hat die Studienstiftung ein Konzept entwickelt, das besonders Erstakademiker und Studierende mit Migrationshintergrund ansprechen soll. Seit dem Sommersemester 2011 bieten Stipendiaten als Botschafter Informationsangebote an Schulen und Universitäten an, um Hemmschwellen gegenüber einer Stipendienbewerbung abzubauen und Mut zu machen, die Herausforderung eines Studiums anzunehmen. Dazu erstellen die Botschafter regional ganz unterschiedliche Materialien, wie z.B. ein Film von Leipziger Stipendiaten zeigt.
Neue Akzente werden auch in der Fachhochschulförderung gesetzt, um den besonderen Bedürfnissen und unterschiedlichen Studienkonzepten von Stipendiatinnen und Stipendiaten an Fachhochschulen gerecht zu werden. Die Studienstiftung möchte die Zahl der Vorschläge von Fachhochschulen erhöhen, ebenso die Zahl der Auswahlseminare, damit der Anteil von FH-Studierenden in unserer Förderung gesteigert werden kann.
Frauen haben unter den Stipendiaten der Studienstiftung einen Anteil von 47%. Dies entspricht dem Anteil weiblicher Studierender in Deutschland. Allerdings nehmen Frauen im Berufsleben immer noch viel zu selten Spitzenpositionen in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft ein. Die Studienstiftung hat daher gemeinsam mit Stipendiatinnen Ideen gesammelt, wie man den Übergang vom Studium in den Beruf erfolgreich meistern kann. U.a. sind im Rahmen entstehender Alumni-Initiativen regionale Mentoring-Angebote von und für Frauen geplant.